
Die Wasserfälle von Sautadet
Informationen für Besucher Touristische Informationen
Ein außergewöhnlicher Naturort – aber gefährlich
Die Wasserfälle von Sautadet sind ein bemerkenswerter Naturort, der über Jahrtausende durch die Erosion des Flusses Cèze im Kalkstein geformt wurde. Diese spektakulären Formationen, sogenannte Gletschertöpfe bzw. Strudellöcher, sind ein fester Bestandteil des landschaftlichen Erbes von La Roque-sur-Cèze und ziehen jedes Jahr sehr viele Besucher an.
Hinter dieser Schönheit verbergen sich jedoch reale und nachgewiesene Gefahren: extrem starke Strömungen, Strudel, plötzliche Änderungen des Wasserstands, rutschige Felsen und schwere Stürze. Diese Risiken haben im Laufe der Jahrzehnte leider zu zahlreichen schweren und teilweise tödlichen Unfällen geführt.



Ein privates Flussufer auf dem Gelände des Camping Les Cascades
Das rechte Ufer der Wasserfälle von Sautadet befindet sich auf dem Grundstück des Camping Les Cascades. Es handelt sich um Privateigentum seit über einem halben Jahrhundert, das seit den 1970er-Jahren von aufeinanderfolgenden Eigentümern als solches genutzt und verwaltet wird.
Die Eigentümer des Campingplatzes tragen daher die vollständige rechtliche Verantwortungfür das Gelände, insbesondere in Bezug auf:
- Die Sicherheit der Besucher
- Die Pflege der Naturflächen
- Die Prävention von Risiken
- Die Steuerung der Besucherströme
- Versicherungen
- Zivil- und strafrechtliche Haftung im Falle von Unfällen
Über viele Jahre hinweg war der Zugang aus Gewohnheit und Duldung frei. Der starke Anstieg der Besucherzahlen hat die Rahmenbedingungen für die Verwaltung des Ortes jedoch grundlegend verändert.
Ein seit Langem bekanntes Problem
Es ist wichtig zu betonen, dass alle früheren Eigentümer des rechten Ufers und des Campingplatzes die Gemeinde über Jahrzehnte hinweg auf die zunehmenden Schwierigkeitenim Zusammenhang mit der Frequentierung der Wasserfälle hingewiesen haben: Sicherheit, Haftung, Schäden, Besucherströme und Schutz des Naturraums.
Trotz dieser wiederholten Warnungen wurde keine dauerhafte oder strukturelle Lösungumgesetzt, um die Gesamtverwaltung des Ortes zu organisieren, zu begleiten oder zu finanzieren.
Die heutige Situation ist somit das Ergebnis eines alten und bekannten Problems, das über lange Zeit nicht wirklich gelöst wurde und dessen Last heute nahezu vollständig von privaten Akteuren getragen wird.






Besucherzahlen unvereinbar mit freiem Zugang
In der Sommersaison besuchen inzwischen mehrere hundert Menschen pro Tag den Ort. Diese Überfrequentierung führt zu:
- Einem deutlich erhöhten Unfallrisiko
- Einer beschleunigten Schädigung der natürlichen Umgebung
- Wiederkehrenden Problemen mit Sauberkeit und Verschmutzung
- Respektlosem Verhalten, Diebstahl und Sachbeschädigung
- Einem menschlichen Druck, der mit einem empfindlichen Naturraum unvereinbar ist
Unter diesen Bedingungen ist ein uneingeschränkter Zugang zu privatem Eigentum weder möglich noch verantwortbar.
Zum angeblichen „Wegerecht“ und zum Zugang zu Flüssen
Einige Besucher berufen sich auf ein angebliches Wegerecht oder auf einen freien Zugang zu Flüssen. Hierzu ist eine klare und sachliche rechtliche Erläuterung notwendig.
Nach französischem Recht gibt es kein allgemeines Recht, privates Eigentum zu überqueren, um einen Fluss zu erreichen, und auch keine Verpflichtung für private Eigentümer, eine freie Durchquerung ihres Grundstücks zuzulassen.
Die Ufer nicht schiffbarer Flüsse, wie der Cèze an dieser Stelle, gehören den jeweiligen Ufergrundstückseigentümern. Der Zugang ist daher von der Zustimmung des Eigentümers abhängig, sofern keine gesetzlich festgelegte Dienstbarkeit besteht — was hier nicht der Fall ist.
Die einzige häufig erwähnte Dienstbarkeit betrifft lizenzierte Angler und gilt ausschließlich im engen gesetzlichen Rahmen. Sie stellt weder ein touristisches Zugangsrecht noch ein Recht zum Baden, Parken oder freien Bewegen der Öffentlichkeit dar.
Ohne eine solche Dienstbarkeit oder öffentliche Einrichtung kann der Zugang zum rechten Ufer der Wasserfälle von Sautadet nicht aufgrund eines Wegerechts beansprucht werden.




Ein deutliches finanzielles und organisatorisches Ungleichgewicht
Die Gemeinde betreibt einen kostenpflichtigen öffentlichen Parkplatz, der direkt mit der Frequentierung der Wasserfälle verbunden ist. Im Jahr 2025 erzielte dieser Parkplatz 231.513€ € Einnahmen.
Zusätzlich betreibt die Gemeinde einen Wohnmobilstellplatz ohne Genehmigung, der sich in einem Überschwemmungsgebiet und in der Nähe eines historischen Denkmals befindet, unmittelbar beim Gelände, und rund 40.000 € pro Jahr einbringt.
Bis heute werden diese kombinierten Einnahmen:
- Nicht für die Instandhaltung der privaten Uferbereiche verwendet
- Nicht zur Sicherung des Ortes eingesetzt
- Nicht für den Empfang oder die Information der Besucher genutzt
- Nicht zur Prävention der bekannten Risiken verwendet
Gleichzeitig unterliegt Camping Les Cascades als privater touristischer Betrieb strengen Vorschriften und regelmäßigen Kontrollen in den Bereichen Sicherheit, Bau- und Planungsrecht, Umweltschutz und Schutz der Öffentlichkeit.
In diesem Zusammenhang führt das Vorhandensein kommunaler touristischer Einrichtungen in unmittelbarer Nähe, ohne vergleichbare Auflagen, Kontrollen oder Verpflichtungen, zu einem deutlichen Ungleichgewicht – sowohl in wettbewerblicher Hinsicht als auch im Hinblick auf die Sicherheit der Besucher.
Die Eigentümer des Campingplatzes möchten außerdem klarstellen, dass sie die Höhe der Parkgebühren des kommunalen Parkplatzes nicht unterstützen, auf die sie keinerlei Einfluss haben.
Erhebliche Kosten, die von privaten Akteuren getragen werden
Die Eigentümer von Camping Les Cascades tragen jedes Jahr allein erhebliche Kosten, unter anderem für:
- Gesetzlich vorgeschriebene Vegetations- und Brandschutzmaßnahmen
- Tägliche Reinigung des Geländes
- Abfallentsorgung
- Besucherempfang und Information
- Beschilderung und Risikoprävention
- Spezielle Versicherungen
- Reparaturen infolge von Schäden und Fehlverhalten
Diese Ausgaben belaufen sich auf 38.000 € pro Jahr und werden vollständig vom Campingplatz getragen, ohne öffentliche Gegenleistung.




Warum ein Besucherbeitrag eingeführt wurde
Angesichts dieser Situation wurde ein Besucherbeitrag von 3 € pro Person eingeführt, der hauptsächlich in Zeiten hoher Besucherzahlen gilt.
Dieser Beitrag ermöglicht:
- Die Finanzierung von Pflege und Sicherheit des Ortes
- Eine bessere Steuerung und Regulierung der Besucherströme
- Die Begrenzung gefährlicher Situationen
- Den nachhaltigen Schutz des Naturraums
- Die Verringerung des Risikos schwerer Unfälle
Er gewährt außerdem Zugang (mit Stempel) zu:
- Sanitäranlagen
- Snackangebot
- Aussichtspunkt Sautadet
Ziel ist keinesfalls eine Privatisierung eines Naturraums, sondern die Umsetzung eines verantwortungsvollen und kontrollierten Managements dort, wo heute keine kollektive Lösung existiert.
Besucher werden gebeten, sich an unsere Mitarbeiter am Empfang zu wenden, um Zugang zum Gelände zu erhalten. Ihre Aufgabe ist es, zu informieren, Risiken vorzubeugen und zu einem sicheren und angenehmen Aufenthalt für alle beizutragen. Sie stellen zudem Müllbeutel zur Verfügung. Dennoch bitten wir die Besucher, soweit möglich, ihren Abfall wieder mitzunehmen. Diese einfache Geste trägt unmittelbar zum Schutz der Wasserfälle von Sautadet bei.
Gemäß den geltenden Vorschriften ist der Strand sowie das gesamte private Gelände der Wasserfälle von Sautadet strikt rauchfrei. Diese Maßnahme dient dem Gesundheitsschutz, der Reduzierung von Brandrisiken und der Vermeidung von Umweltverschmutzung durch Zigarettenstummel.
Im Interesse der allgemeinen Sicherheit und des Respekts gegenüber dem Ort werden Besucher, die gefährliche Situationen, offensichtliche Verstöße oder Verletzungen des Privateigentums beobachten, gebeten, nicht selbst einzugreifen, sondern sich an die Mitarbeiter am Empfang oder an die Ordnungsbehörden zu wenden, die den Ort gut kennen. In Notfällen kann die Nummer 112 gewählt werden.

